Laien-Uni Online

Herzlich willkommen in unserem kleinen Online-Arbeitsraum! Sie finden hier bis auf weiteres alle unsere Arbeitsaufgaben.


Einführung ins AT

Bitte lesen Sie in Melanie Köhlmoos, Einführung ins AT die Seiten 6 - 17 und beantworten Sie die Arbeitsfragen auf den Seiten 8 und 14! Zu zwei von diesen Arbeitsfragen möchte ich mit Ihnen Meinungen, Arbeitsergebnisse, Kommentare... austauschen. 

Ist das AT die Jüdische Bibel?
Erich Zenger (wichtiger ATler aus Münster) bezeichnet in seiner Einführung ins AT, die an vielen Unis sozusagen ein Standardwerk ist, das AT als Jüdische Bibel. Melanie Köhlmoos sagt: Unmöglich, kann man nicht machen. Was meinen Sie? Was spricht dafür? Was spricht dagegen? Hier geht es weiter zum Etherpad1!

Danke für die angeregte Diskussion! Ich versuche mal eine Zusammenfassung Ihrer Positionen. Gegen die Bezeichnung Jüdische Bibel spricht für viele von Ihnen: Jüdinnen und Juden bezeichnen die heiligen Schriften, die unserem AT entsprechen, als Tanach. Der Tanach ist nicht einfach dasselbe wie das AT, sondern er unterscheidet sich in Sprache, Aufbau und Umfang vom christlichen Alten Testament. Das sind nicht nur kleine Unterschiede, die man vernachlässigen kann. Es ist nicht derselbe Text und es wäre daher unpassend ihn durch den Titel "Bibel" gleich zu machen. Die Bezeichnung „Bibel“ ist eine christliche. Und wenn das AT die Jüdische Bibel ist, wäre dann das NT die christliche Bibel?

Gut an der Formulierung „Jüdische Bibel“ finden viele von Ihnen, dass sie deutlich macht, dass das Christentum im Jüdischen wurzelt.

Britta Velleuer hat noch die Bezeichnung Hebräische Bibel ins Spiel gebracht, die doppeldeutig ist und die Verwirrung noch vergrößert. Hebräisch kann einmal die Sprache meinen. Und darum geht es bei der Biblia Hebraica Stuttgartensia. Das ist ganz einfach gesagt der hebräische Text des AT. Die Bezeichnung Hebräische Bibel/Hebrew Bible kann aber auch die Kultur und ethnische Zugehörigkeit der Überlieferer und den heutigen Gebrauch im Blick haben.

Altes Testament, Erstes Testament oder ...?
Ist die Frage danach, wie wir den ersten Teil der Bibel bezeichnen, nicht nur eine Formalie? Oder spiegelt sich hier auch das Ringen um Rang und Bedeutung dieser Schriften für den christlichen Glauben wider? Vielleicht legt die Bezeichnung "Altes Testament" ja eine Abwertung nahe und es wäre an der Zeit, nicht mehr vom Alten Testament, sondern vom Ersten Testament oder der Hebräischen Bibel zu sprechen. Argumente, Kommentare, Fragen - hier geht es weiter zum Etherpad2!

Hier finden Sie einen Aufsatz von Frank Crüsemann zum Alten Testament als Wahrheitsraum des Neuen zum Herunterladen.


Altes und Neues Testament und die Kunst

Diese Geschichte kennen Sie höchstwahrscheinlich alle: Lk 2,41-51 erzählt, wie Jesus, den seine Eltern auf eine Wallfahrt nach Jerusalem mitgenommen haben, dort verschwindet. Seine Eltern finden ihn im Tempel wieder. "Er saß dort mitten unter den Lehrnden und hörte ihnen zu und stellte ihnen Fragen." Lk 2,46 Diese Szene ist im Laufe von Jahrhunderten unendlich oft gemalt worden. Unten sehen Sie ein Bild von Dürer. Was sehen Sie? was fällt Ihnen auf? Wie ist Jesus dargestellt, wie die Gelehrten? Und was um alles in der Welt hat das Bild mit unserem Thema zu tun? Etherpad3 sammelt Ihre Ideen!

Dürer hat dieses Bild 1506 gemalt (also nix mit Reformation). Es führt uns bildhaft eine höchst problematische Tradition innerhalb des Christentums vor Augen, die, so behaupte ich jetzt mal, ganz tief in unserem kollektiven Gedächtnis verankert ist: Die einer Abwertung nicht nur des AT, sondern auch des jüdischen Glaubens. Und wenn Sie jetzt sagen, dass Ihnen aber doch die jüdischen Wurzeln des christlichen Glaubens total wichtig sind, müssen Sie mir die Frage beantworten, wie genau Sie denn das Verhältnis von AT und NT sehen. Lesen Sie das AT auch manchmal gern mit der Erfüllungs- oder Überbietungsbrille? Wo die theologische Bedeutung und Gültigkeit des AT darauf reduziert wird, Vorbereitung dessen zu sein, was dann in Jesus offenbart ist? Das AT ist die Verheißung, deren Erfüllung das NT ist? Sagen Sie das mal einer Jüdin!
Zurück zu Dürers Bild - im gibt´s zweimal etwas zu hören. Einmal Beobachtungen zu unserem Bild und dann eine Deutung.

 

Schöpfung

„In der Ouvertüre liegt das Thema“, sage ich gern. Und meine damit: Was am Anfang anklingt, macht deutlich, wie es weitergehen wird. Das gilt für Musikstücke, Seminare, Bücher… Und auch für die Bibel. Das Alte Testament beginnt mit zwei Berichten über die Schöpfung Gen 1,1-2,4a und Gen 2,4b-3,24 – zwei Erzählungen, die unterschiedlicher kaum sein können. Und warum überhaupt zwei solche Texte als „Ouvertüre“ der Bibel?

Ich möchte gern mit Ihnen in den nächsten beiden Wochen diese Texte erarbeiten. Unser „Geländer“ werden die neun Schritte der Exegese sein. D.h. ich möchte am Ende, im Schritt 9, mit Ihnen danach fragen, was diese beiden Texte für uns bedeuten, wo sie uns tragen, wichtig sind – auch und gerade in Zeiten von Corona. Unser Nachdenken über Schöpfung ist häufig von der Frage nach den Anfängen bestimmt, etwa in den Debatten darüber, ob die biblischen Schöpfungsaussagen mit der Evolutionstheorie in Einklang zu bringen sind. Den alttestamentlichen Schöpfungsvorstellungen geht es in der Regel weniger um das Entstehen, als vielmehr um das Sein.

Schritt 1

Mit welchen Erfahrungen, Gefühlen gehen Sie an die beiden Texte? Sind sie bisher für Sie wichtig gewesen? Oder haben sie keine Rolle gespielt? Dazu können Sie uns im Etherpad4 Kommentare, Stichworte… hinterlassen.

Schritt 2 und 3


Gen 1,1-2,4a
Im Etherpad5 finden Sie eine Übersetzung von Gen 1,1-2,4a. Bitte vergleichen Sie mit Ihren Lieblingsübersetzungen.
1. Wo gibt es Unterschiede in den Übersetzungen, die inhaltlich spannend sein können?
2. Wo tauchen Formulierungen, Worte, Bilder auf, bei denen wir genauer hinschauen sollten, weil sie spannend oder schwierig zu verstehen sind?
Als Kernstellen haben sich herauskristallisiert:
1,1 Gottes Geistkraft/Geist Gottes: was hat es damit auf sich?
1,26: Das mysteriöse „wir" - wie lässt es sich erklären? Was hat es mit der Gottebenbildlichkeit auf sich? Was heißt das für Sie?
1,27 Mann/Frau oder männlich weiblich? Und was heißt das z.B. für das Gottesbild?
1,28 füllt die Erde und macht sie Euch untertan/bemächtigt euch ihrer. Zwingt nieder... Was heißt das?
1,29 Heißt das, die Menschen sollen vegetarisch leben?
2,1 die Himmel und ihr ganzes Heer: Was für ein Heer? Wie verstehen Sie diese Passage?

Bitte versuchen Sie übers Wochenende Ideen zu sammeln, wie Sie diese Fragen beantworten würden. Wenn Sie mögen, können Sie Ihre Ergebnisse schon ins nächste Etherpad texten. Und kreative Zusatzaufgabe: Versuchen Sie mal, den Aufbau der Welt, wie sie in Gen 1,1-4a beschrieben wird, zu malen. Was ist oben, was unten, wie sieht die Erde aus? Trauen Sie sich! Hoffentlich hat Ihr Kunstunterricht Ihnen nicht jeden Spaß an Farbe und Formen verdorben! Wenn Sie Fotos von Ihren Arbeitsergebnissen machen und mir die mailen, kann ich das auch den anderen zugänglich machen!

 

Gen 2,4b-3,24
Im Etherpad6 finden Sie eine Übersetzung von Gen 2,4b-3,24. Bitte vergleichen Sie mit Ihren Lieblingsübersetzungen.
1. Wo gibt es Unterschiede in den Übersetzungen, die inhaltlich spannend sein können?
2. Wo tauchen Formulierungen, Worte, Bilder auf, bei denen wir genauer hinschauen sollten, weil sie spannend oder schwierig zu verstehen sind?