Total digital//Fortsetzung

Analog trifft digital – das Beste von beidem

Digitale Bildung ist nicht besser oder schlechter als analoge Bildung. Dennoch können Methoden noch effektiver eingesetzt werden, wenn zum Beispiel interaktiven Whiteboards oder Foto- und Videomaterialien genutzt werden. Die Verknüpfung von digitalen und analogen Lernwelten gelingt vor allem da, wo die Nutzung digitaler Medien mit didaktischen Konzepten verbunden wird. Der sogenannte Flipped Classroom ist ein solches Konzept. Er soll herkömmliche Bildungsformate, wie der Name schon andeutet „auf den Kopf stellen“. Um sich in gemeinsamen Präsenzveranstaltungen nämlich ganz auf Interaktion, Vertiefung und praktische Anwendung von Wissen konzentrieren zu können, wird der inhaltliche Input durch Audio- oder Videoaufzeichnungen und ergänzende Materialien vorab in die digitale Lernwelt verlagert. Diese können sich Teilnehmende vor dem ersten Treffen selbstständig und in ihrem Lerntempo anschauen.

Das setzt Selbstständigkeit und Disziplin auf Seiten der Teilnehmenden und eine gute Vorbereitung und Motivation durch die Dozierenden voraus. Doch gerade für regelmäßige Veranstaltungen, bei denen aus Zeitgründen Austausch und Anwendung häufig zu kurz kommen, könnte sich ein Flipped Classroom lohnen.

Freie Bildung für alle!

Die Digitalisierung ermöglicht das Teilen von Wissen über digitale Kanäle wie das Internet. Austausch und Wissenstransfer wird sogar über Ländergrenzen hinweg machbar; der Zugang zu freier, kostenloser Bildung für alle erleichtert. Den sogenannten Open Educational Resources kommt hier eine Schlüsselfunktion zu. Open Educational Resources oder kurz OER sind im Internet frei verfügbare Lerninhalte, die man für eigene Veranstaltungen unter bestimmten Bedingungen verwerten oder sogar für die eigenen Bedürfnisse anpassen kann. OER-Materialien sind gemeinfrei und dürfen kostenlos und unter freier Lizenz genutzt werden – ohne Angst vor Urheberrechtsverletzungen. Mit Bildern aus dem Netz Präsentationen oder Websites aufpeppen, erprobte und qualitativ hochwertige Materialien von anderen verwenden oder eigenes Material mit anderen teilen – all das ist mit OER möglich. Voraussetzung dafür ist aber eine „Kultur des Teilens“, in der es selbstverständlicher ist, Materialien öffentlich und kostenlos zur Verfügung zu stellen und Bildungsinhalte frei zugänglich zu machen.

Steter Wandel

Eins ist klar: Digitale Medien wandeln sich stetig. War zuvor noch das Bereitstellen von Texten, die man selbst ausdrucken konnte, innovativ, wird heute mehr am Bildschirm oder mobil auf dem Smartphone gelesen. Standen vorher Materialen und Fotos auf einer Homepage zum Download bereit, können sie heute auf Social-Media-Plattformen mit anderen geteilt werden. Wo einzelne per E-Mail kommunizierten, gibt es heute die Möglichkeit der öffentlichen Kommunikation über diese Plattformen. Die Digitalisierung von Bildung ist also ein nie endender Prozess.